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Capt'n W. Kidd
Capt'n W. Kidd - Kritiken
Spieletest von Andreas Keirat
Auf Kaperfahrt
Piraten-Links
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Capt'n W. Kidd wurde 1695 von der britischen Krone mit einem Kaperbrief ausgestattet, um die zunehmende Piraterie im Roten Meer zu bekämpfen. Als Freibeuter hatte er zudem das (britische) Recht französische Schiffe aufzubringen. Capt'n W. Kidd wurde jedoch selbst zum Pirat und 1701 in London gehängt. Zur Abschreckung baumelte sein geteerter Leichnam monatelang an der Themse - gut sichtbar für alle, die mit ihren Schiffen vorüberfuhren.

Zu dieser Zeit hatte Capt'n W. Kidd den Ruf, einer der schlimmsten Piraten gewesen zu sein, obwohl er nur vergleichsweise wenig Schiffe gekapert hatte und nicht annähernd so brutal war wie viele seiner ‚Kollegen'. Henry Morgan z.B. war dafür bekannt gewesen, seine Opfer grausam zu foltern. Dank einflussreicher Freunde war er dafür jedoch nicht ins Gefängnis geworfen worden sondern Vizegouverneur von Jamaika.

Capt'n W. Kidd dagegen hatte den Schritt vom ‚königlichen Freibeuter' zum ‚gemeinen Piraten' nur widerwillig auf Druck seiner meuternden Besatzung vollzogen. Sein schlimmstes Verbrechen gegen die Krone war wohl eher, dass er als Freibeuter relativ erfolglos war und die Erwartungen seiner britischen Investoren nicht erfüllen konnte. Letztlich kaperte er - wenn auch unwissentlich - sogar ein britisches Schiff:

Piraten, Freibeuter, Investoren

1695 machte der New Yorker Kolonialbeamte R. Livingston dem damaligen Handelskapitän William Kidd den Vorschlag, mit einem Kaperschiff das Piratenunwesen im Roten Meer zu beenden. Über den Lord Bellamont, der später Gouverneur von New York wurde, wurde der Kontakt zu den Investoren hergestellt: Vier der mächtigsten Männer Englands, die von Anfang an darauf bedacht waren anonym zu bleiben und Lord Bellamont als Strohmann vorschoben. Unter ihnen befanden sich der Bewahrer des königlichen Großsiegels und der erste Lord der Admiralität. Die Investoren kamen für 80% der Kosten auf und beanspruchten daher auch den Löwenanteil der zu erwartenden Beute. Da der König üblicherweise 10% aus allen Kaperungen erhielt, und Livingston und Kidd auch einen Anteil für sich reklamierten, blieb für die gesamte Besatzung nicht einmal 25% übrig. Der ‚ortsübliche Tarif' auf Kaperschiffen lag damals jedoch bei 60%.

Auf den Schiffen der gesetzlosen Piraten wurde dagegen die gesamte Beute geteilt, wobei einige Besatzungsmitglieder entsprechend ihrer Stellung ein wenig mehr erhielten. Mehr als den doppelten Anteil bekam aber nicht einmal der Piratenkapitän, der übrigens auch abgewählt werden konnte. Anders als bei der Marine gab es auf Piratenschiffen zudem Entschädigungen für Verletzungen und Invalidität.

Andererseits waren die Piraten als Gesetzlose ständig der Verfolgung ausgesetzt, hatten dadurch weniger Möglichkeiten Proviant an Bord zu nehmen und waren daher noch stärker als die Matrosen von Krankheiten betroffen. Dennoch war das Piratenleben wegen der Aussicht auf Beute, der fehlenden Hierarchie und den z.T. grausamen Bestrafungen auf den Kriegsschiffen für viele Seeleute durchaus attraktiv.

Capt'n W. Kidd hatte daher für sein Kaperschiff ‚Adventure Galley' in London 70 zuverlässige Männer ausgewählt, bei denen kaum Gefahr bestand, dass sie zu selbst zu Piraten wurden. Diese wurde jedoch gleich zu Beginn seiner Fahrt von der Royal Navy gegen solche ausgetauscht, die sich als für den Militärdienst untauglich erwiesen hatten.

Um den Proviant für die Reise zum Indischen Ozean zu finanzieren, kaperte Kidd im Atlantik ein französisches Fischereischiff, und verkaufte es in New York, wo er seine Mannschaft auf die Sollstärke von 150 Mann aufstockte. Da in den amerikanischen Kolonien mit den Piraten eifrig Handel getrieben wurde, war es schwer in New York Seeleute anzuheuern, die für wenig Geld gegen die Piraten kämpfen sollten. Kidd sah sich gezwungen, den Gewinnanteil der Besatzung auf 60% zu erhöhen. Er unterließ es, seine Geldgeber hiervon zu informieren und war nunmehr verpflichtet insgesamt 130% seiner Beute abzugeben...

Auf Kaperfahrt

Nach fünf Monaten erreichte Kidd die Pirateninsel Madagaskar, ohne ein Schiff geentert zu haben. Dann verlor er auf den Komoren 50 Mann durch Krankheit. Auch nach mehr als einem Jahr hatte Capt'n W. Kidd weder ein französisches Schiff noch ein Piratenschiff aufgebracht. In seiner Mannschaft wurden Stimmen laut, selbst Piraterie zu treiben. So legte sich Capt'n W. Kidd an der Einfahrt zum Roten Meer auf die Lauer, bis endlich ein Schiffskonvoi vorbeikam. Einige der Schiffe fuhren unter englischer oder holländischer Flagge, Franzosen oder Piraten waren nicht darunter. Capt'n W. Kidd schloss sich dem Konvoi heimlich an und versuchte dann ein maurisches Schiff zu kapern. Maurische Schiffe aufzubringen war zwar ebenfalls Piraterie, wurde jedoch nicht immer geahndet. Sie galten für die Kapitäne christlicher Kaperschiffe als leichte Beute. Capt'n W. Kidd hatte dennoch Pech: Seine ‚Adventure Galley' wurde von dem gut bewaffneten Begleitschiff des Konvois vertrieben.

Er segelte weiter nach Indien, wo er ein anderes maurisches Schiff enterte. Den englischen Kapitän zwang er, als Lotse auf seinem Schiff zu arbeiten. Einige Monate später kam ein Frachtschiff in Sicht, die Mannschaft freute sich auf fette Beute. Doch bald war zu sehen, dass die ‚Loyal Captain' eine englische Flagge führte. Capt'n W. Kidd weigerte sich das Schiff anzugreifen. Die Mannschaft begann zu meutern, konnte sich aber nicht durchsetzen. Im Laufe eines heftigen Streits erschlug Capt'n W. Kidd seinen Geschützmeister, der sich besonders für die Kaperung des englischen Schiffes stark gemacht hatte. Ausgerechnet diese im Zorn begangene Tat sollte ihm später im Old Bailey, dem obersten Strafgerichtshof Englands, einen Schuldspruch wegen Mordes einbringen.

Beim nächsten Schiff griff Capt'n W. Kidd zu einer List. Er setzte die französische Flagge und veranlasste damit den Kapitän des anderen Schiffes Gleiches zu tun. An Bord der ‚Adventure Galley' zeigte der holländische Kapitän einen französischen Pass, worauf Capt'n W. Kidd sein Schiff zur legitimen Beute Englands erklärte. Wie damals üblich war der Kapitän im Besitz von Pässen verschiedener Länder gewesen. Das Schiff gehörte einem indischen Eigner, war also von der britischen Krone nicht zur Kaperung freigegeben.

Den gleichen Trick verwendete Capt'n W. Kidd ein paar Monate später bei der Kaperung der ‚Quedah Merchant'. Der englische Kapitän des reich beladenen Handelsschiffes versteckte sich und schickte seinen französischen Geschützmeister vor, der sich als Kapitän ausgab. Als sich ein paar Tage später die wahre Identität des englischen Kapitäns herausstellte, wollte Capt'n W. Kidd das Schiff zurückgeben, wurde jedoch von seiner Besatzung daran gehindert. Kidd machte seiner Mannschaft den Vorschlag, das Schiff des zum Piraten gewordenen ehemaligen Freibeuters Robert Culliford zu kapern, erntete aber nur Spott. Es kam erneut zur Meuterei, die meisten seiner Männer liefen zu Culliford über und Kidd kapitulierte. Die Ladung der Quedah Merchant wurde aufgeteilt, Kidd erhielt immerhin die bei Freibeutern üblichen 40% anstatt der bei den Piraten geltenden 2 Anteile.

Capt'n W. Kidds Rückkehr

Die Royal Navy war jetzt hinter Kidd her. Er musste in jedem Hafen der Kolonien damit rechnen, verhaftet zu werden. Auch seine Finanziers, Mitglieder der regierenden Whig-Partei, kamen ob des Skandals im britischen Parlament unter Druck und distanzierten sich von ihm. Trotzdem fuhr Captain W. Kidd zurück nach New York, wo er immer noch auf den Schutz seiner einflussreichen Freunde, insbesondere Lord Bellamonts, hoffte. Zuvor hatte er die geraubten Schätze an verschiedenen Orten versteckt, auch um sie als Druckmittel einsetzen zu können. Mit den französischen Pässen im Gepäck wollte er seine ‚Unschuld' beweisen. Über einen Mittelsmann sandte er die Pässe an Lord Bellamont. Ein paar Tage nach seiner Ankunft wurde er jedoch in New York verhaftet. Bellamont selbst ließ ihn in Eisen legen.

Die französischen Pässe verschwanden während der Gerichtsverhandlung in London und tauchten erst mehr als 200 Jahre später im britischen Staatsarchiv wieder auf. Zeugen der Anklage waren zwei Besatzungsmitglieder, die in Madagaskar desertiert waren. So wurde Captain W. Kidd wegen Mord an seinem Geschützmeister und wegen Piraterie in mehreren Fällen zum Tode durch den Strang verurteilt. Der schwergewichtige Kidd wurde gleich zweimal gehängt, da beim ersten Mal der Strick riss.

Zahlreiche Legenden ranken sich seitdem um den Schatz des Captain W. Kidd. Einen großen Teil hatte er auf der vor Long Island gelegene Insel Gardiners Island versteckt. Diese Seidenwaren, Edelstein, Gold und andere Reichtümer wurden auf Befehl Lord Bellamonts wieder ausgegraben und für die Krone beschlagnahmt. U.a. eine Schatzkarte in der Handschrift Capt'n W. Kidds führte zu weiteren Spekulationen, die auch R.L. Stevenson zu seinem bekannten Roman ‚Die Schatzinsel' inspirierten.

Quellenhinweis:

Douglas Botting und Time-Life-Buchredaktion, Die Piraten, Bechtermünz Verlag GmbH 1992

sowie einige Webseiten

 


 
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